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OSCE
Open-Source Centrum Europa e.V.
EUROPÄISCHER VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES EINSATZES VON OPEN-SOURCE- BASISTECHNOLOGIEN FÜR DIE INFORMATIONSTECHNIK
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OpenSource
Immer mehr Menschen nutzen OpenSource Software. Die Medien verbeißen sich in das Thema, die Wachstumszahlen sind gigantisch. Ein Grund zu erklären, was OpenSource Software eigentlich ist.

Was ist OpenSource-Software?
Vorteile von OpenSource-Software
Die Geschichte von OpenSource-Software
Wie entsteht OpenSource-Software?
Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Wie finanzieren sich OpenSource-Projekte?
Open-Source-Lizenzen
Beispiele für OpenSource-Software

Was ist OpenSource-Software?

Grundsätzlich bedeutet OpenSource, dass für alle Programme die als Open-Source-Software vertrieben werden,neben dem eigentlichen Programm auch der Quell-Code verfügbar sein muss - also die eigentliche Arbeit des Entwicklers der Software, aus der das Programm gebildet wird. Außerdem sind die freie Weiterverbreitung der Software und das Recht Änderungen am Quellcode vornehmen zu dürfen Kriterien für Open-Source-Programme.

Vorteile von OpenSource-Software

Was früher nur etwas für Freaks und Programmierer war, ist heute eine sinnvolle und preiswerte Alternative zu kommerzieller Software. Dabei bietet OpenSource außerdem noch einige Vorteile.

Verfügbarkeit des Quellcodes und das Recht, ihn ändern zu dürfen.
Das Recht, die Open-Source-Software sowie alle Änderungen und Verbesserungen am Quellcode
      weiterzugeben.
Für niemanden existieren Exklusivrechte an der Software.
Niedrige Kosten.
Schnellere Sicherheitsupdates.

OpenSource ermöglicht es, Wettbewerb und Kommunikationsfähigkeit von unterschiedlichen Software-Lösungen sicherzustellen. Der Quellcode - quasi die Sprache in der das Programm geschrieben ist - ist frei zugänglich, daher kann jede Software so konfiguriert werden, dass die Kommunikationsfähigkeit sichergestellt ist.

Open-Source-Software setzt sich mehr und mehr gegen lizenzierte Software durch. Sie eröffnet die Möglichkeit, stabilere, und den jeweiligen Bedürfnissen der Benutzer besser angepasste Produkte zu erhalten. Insbesondere aber kommt diesen in Fragen der IT-Sicherheit und der Interoperabilität vor allem in sicherheitsrelevanten Bereichen zunehmende Bedeutung zu. Gleichzeitig muss der Einsatz von Open-Source-Produkten einem kontinuierlichen Evaluierungs- und Verbesserungsprozess unterliegen.

Die Geschichte von OpenSource-Software

In den Computeranfängen wurde die Software meist gratis zu einem gekauften System mitgeliefert. Auch der Source-Code wurde für weitere Entwicklungen anderer Programmierer beigelegt. Jegliche Programmier-Enthusiasten konnten sich an der Entwicklung beteiligen. Doch IBM beendete diesen Prozess , indem die Firma 1965 keine Gratis-Software zu ihren Hardwaresystem auslieferte. Schnell erkannten viele Programmierer, welch enorme Einnahmen sie durch Softwarelizenzen erzielen konnten. Somit wurden die Quellcodes der Programmierer zu den größten Geheimnissen der Welt.

Seit diesem Umbruch wurden die Wünsche der Anwender nicht mehr so stark bedacht. Früher konnte ein Unternehmen ein bereits bestehendes Programm mit wenigen Handgriffen in die Unternehmensstruktur eingliedern - das war jetzt nicht mehr möglich. Entweder man kaufte das fertige (teilweise unzureichende) Programm, oder man beschäftigte einen eigenen Programmiererstab, welcher aber meist zu teuer war.

Dies alles gefiel Richard Stallman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) nicht. Er beschloss 1984 ein wieder freies Programmpaket namens GNU zu publizieren. GNU stand für die unendliche Abkürzung "GNU is not Unix". In Verbindung mit einem Kernel (der "Kern" eines Betriebsystems) ergänzen sich die GNU-Tools zu einem kompletten Betriebssystem.

Das Ziel von Stallman war es, die offene Zusammenarbeit die bis Mitte der Siebziger Jahre gedauert hatte, erneut aufleben zu lassen. Nach Gründung der FSF (Free Software Foundation) schuf Stallman die GPL (General Public License).

Doch viele (vor allem Unternehmen) konnten sich mit Free Software, also verschenkter Software, nicht anfreunden. Es schien zu instabil, zu experimentell als das man es für ein gesamtes Unternehmen hätte einsetzen können. Deshalb schuf der Softwareexperte Eric S. Raymond den Begriff Open-Source.

Wie entsteht OpenSource-Software?

Oftmals entstehen Open-Source-Projekte wenn sich geschickte Programmierer über unzureichende Funktionen in kommerzieller Software ärgern. So auch bei Richard Stallman: Er wollte ein Programm für das Netzwerk schreiben welches sofort Meldung erstattet sobald sein Druckauftrag nicht ausgeführt wurde. Für Stallman wäre dies ein leichtes Unterfangen gewesen, hätte er Einblick in den Quellcode des Druckertreibers gehabt. Doch die Erzeugerfirma verwehrte den Zugriff und Stallman musste den Druckertreiber selbst neu programmieren um seine Funktion zu implementieren.


Ähnlich ist der Ursprung vieler Open-Source-Entwicklungen. Ein Programmierer hat ein besonderes Problem, löst es durch ein neues Programm und veröffentlicht es mitsamt dem Quellcode im Internet. Erweist sich die Software als nützlich, wird sie von vielen anderen Anwendern getestet. Sobald Fehler auftreten, werden diese dem Autor gemeldet. Aufgrund der vielschichtigen Anwendungen wurden Fehler meist ganz beseitigt.

Aber auch die Weiterentwicklung wird durch Open-Source-Software gefördert. Da der Quellcode ja öffentlich zugänglich ist, gibt es in vielen Fällen eine große Anzahl von Programmierern die das Programm in verschiedene Richtungen weiterentwickeln oder anpassen. Dadurch ergeben sich immer mehr Anwendungen für verschiedene Probleme.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Der Programmierer, welcher mit der Arbeit begonnen hat, ist auch meist der Projektleiter. Um diesen finden sich mehrere Programmierer ein, die auch an der Entwicklung dieser Software interessiert sind. Nach einiger Zeit gibt es meist fixe Zuweisungen für verschiedene Bereiche. Wichtig ist immer die Einhaltung aller wichtigen Standards - so kann es (fast) keine Programmkonflikte geben.

Wenn ein Programmierer in das "Kernteam" aufgenommen wird, ist das meist eine große Auszeichnung für ihn. Für viele Programmierer ist der finanzielle Part eher unwichtig - es zählen eher Prestige und Anerkennung.

Wie finanzieren sich OpenSource-Projekte?

In fast allen Fällen werden solche Projekte über das Internet abgewickelt. Der entstehende Kostenfaktor sind die Verbindungsgebühren zum Internet. Alles weitere wird per Mail und Newsgroups abgestimmt.

Bei größeren Projekten bedarf es meistens einer besseren Internet-Anbindung sobald das zu übertragene Datenvolumen steigt. Hier fallen deutlich höhere Kosten an, als bei kleineren Projekten. Ohne Hilfe nicht finanzierbar sind z.B. Projekte, bei welchen unterschiedliche Hardware verwendet werden muss oder Treffen arrangiert werden. Hier gibt es aber dann meist Firmen die als Sponsoren dienen.

 

Open-Source-Lizenzen

Auch Open-Source-Software wird im allgmeinen unter einer speziellen Lizenz vertrieben. Die wichtigsten oder am häufigsten verwendeten Lizenzen werden im folgenden kurz erläutert.

GPL (General Public License)
Die wahrscheinlich weltweit am meisten verwendete Lizenz im Bereich von OpenSource ist die GNU-General-Public-Licence (GPL). Die GPL ist eine Lizenz der GNU-Organistation. Die GPL garantiert dem Anwender die Freiheit, ein Programm unverändert oder modifiziert weiterzugeben, legt ihm aber auch die Pflicht auf von GPL-Software abgeleitete Programme wieder unter GPL stellen zu müssen. Im Prinzip wird die GPL also immer weiter "vererbt".

Entgegen dem ersten Eindruck, lässt sich aber auch mit GPL-Software Geld verdienen, beispielsweise durch ein Angebot entsprechenden Supports oder mit Vervielfältigung auf Datenträgern. Die gekaufte Software selbst kann aber weiterhin weitergegeben werden.

LGPL (Library/Lesser General Public License)
Die LGPL (ebenfalls eine Lizenz der GNU-Organisation) ist fast identisch mit der GPL, umgeht aber ein Problem der GPL. Wenn ein Programm mit dem GNU-C-Compiler gcc übersetzt wird, wird dazu die GNU-C-Bibliothek genutzt. Würde diese Bibliothek unter der normalen GPL stehen, stünden alle mit diesem C-Compiler erstellte Software unter der GPL. Damit wäre es kaum möglich proprietäre Software für Linux oder andere Betriebssysteme zu entwickeln. So ist sichergestellt, dass Programme auch in reiner Binärform weitergegeben werden dürfen.

BSD
Die BSD-Lizenz entstand im Zusammenhang mit der Entwicklung und Freigabe der UNIX-Version (Berkeley Software Distribution - BSD) der University of California of Berkeley. Diese Lizenz erfordert lediglich, dass der Lizenztext in den Quellen und Binärcode erhalten bleibt und der ursprüngliche Entwickler in abgeleiteter Software erkannt und anerkannt wird. Anders als die GPL wird aber nicht verlangt, dass eigene Erweiterungen wieder frei sein müssen.

MPL (Mozilla Public License)
Lizenz des Mozilla Projekts, die Probleme lösen soll, die Firmen mit der GPL haben. Sie bietet prinzipiell den gleichen Schutz wie die GPL, erlaubt aber ,dass Module, die aus eigener Arbeit entstanden sind und keine ursprünglichen Mozillasourcecodes enthalten, in Binärform zu vertreiben. Die MPL ist aber inkompatibel zur GPL, beide können nicht kombiniert werden.

Die Liste der Lizenzen ist lang. Die Lizenzen unterscheiden sich dabei mehr oder weniger stark voneinander. Gemeinsam haben sie aber alle, dass die Idee von OpenSource durch sie geschützt wird.

 

Beispiele für OpenSource-Software

UNIX
Das erste Open-Source-Projekt war ohne Zweifel UNIX. Die Telefongesellschaft AT&T entwickelte das Mehrbenutzer- und Multitasking-Betriebssystem 1969 da sie mehrere Rechner bei unterschiedlichen Herstellern gekauft hatten und diese nicht zueinander kompatibel waren. Deshalb wurde ein plattformunabhängiges Betriebssystem namens UNIX geschaffen. Verantwortlich für diese Entwicklung (und für die Erfindung der Programmiersprache C) waren Ken Thompson und Dennis Ritchie. Der Durchbruch von UNIX bestand allerdings mit der frühen Integration von TCP/IP (Das Netzwerkprotokoll auf welchem das Internet basiert).

GNU - GNU is Not UNIX
1984 startete Richard Stallman das GNU-Projekt. Es war von Anfang an als Alternative zu UNIX gedacht. Zu Beginn der neunziger Jahre waren alle wichtigen Bestandteile von GNU fertiggestellt - nur noch der Betriebskern fehlte. Gleichzeitig entwickelte ein finnischer Student namens Linus Torvalds seinen Linux-Kernel. Richard Stallman in einem Interview mit Computer Channel am 24.1.2001: "Wir konnten uns gar nicht für oder gegen Linux als Kernel entscheiden, da wir ihn nicht kannten. Aber andere Leute, die den neuen Kernel ausprobiert hatten, suchten nach Möglichkeiten ihn zu ergänzen und stießen dabei glücklicherweise auf GNU". So vervollständigte der Linux-Kernel das GNU-System zu einem vollständigen Betriebssystem.

Linux
GNU/Linux ist ein freies, UNIX-ähnliches Betriebssystem, das seinen Ursprung 1991 an der Universität in Helsinki fand. Linux steht unter der GNU-General Public License (GPL). Damit ist der kostenlose Zugang zum Quellcode garantiert. Der Name Linux entstand aus "Linus' Unix" und sollte von Anfang an: "kein großes und professionelles Projekt wie GNU" werden, wie Torvalds bei seinen Anfängen verkündet hat.

Linux wird meist als Softwarepaket angesehen, ist aber im eigentlichen Sinne nur der Kernel, also der Betriebskern welcher die wichtigsten Funktionen steuert. Alle weiteren Dienste sind Programme aus dem GNU-Projekt.


Musste man früher den kompletten Source-Code herunterladen und dann kompliziert kompilieren und installieren, bieten heute eine Reihe von Unternehmen, Organistationen und Hochschulen sogenannte Distributionen an. Mit Hilfe dieser Distributionen ist es sehr viel leichter Linux zu installieren und zu nutzen, da es verschiedene grafische Unterstützungen und Hilfsprogramme gibt. Einige der wichtigsten Distributionen sind derzeit Debian, Mandrake, S.u.S.E und RedHat. Es existieren aber noch eine Vielzahl anderer, die teilweise für sehr spezielle Bereiche (z.B. Server- und Clusterumgebungen) zusammengestellt und vertrieben werden.

Ein großer Vorteil zu anderen Betriebssystemen ist, dass es sehr stabil läuft, da der Betriebsystemkern nur die wichtigsten Aufgaben erledigt. Sobald ein Programm den Dienst quittiert (aufgrund eines Fehlers) stürzt nur das Programm ab, nicht etwa das gesamte System. Linux selbst benötigt sehr wenig Ressourcen, so lassen sich ältere Systeme weiterhin nutzen.

KDE
Da UNIX oder LINUX in den Anfängen ähnlich wie MS-DOS lediglich eine Textkonsole zur Steuerung boten, fanden die wenigsten PC-Nutzer Gefallen an solchen Systemen. Um wie bei Windows grafische Oberflächen zu bieten und mehr Anwenderfreundlichkeit zu gewähren, begann im Oktober 1996 eine Gruppe von Entwicklern KDE (K Desktop Environment) zu programmieren.

GNOME
Eine andere Variante eines freien Desktop-Systems stellt GNOME (GNU's Network Object Model Environment) dar. Wie KDE verfügt GNOME über eine integrierte, leicht zu bedienende grafische Oberfläche. GNOME wurde von Beginn an völlig frei entwickelt - im Gegensatz zu KDE, welches eine nicht freie Softwarebibliothek nutzte.

Apache
Der Apache-Web-Server ist heute der beste Webserver den Open Source bislang auf die Beine gestellt hat. Weit mehr als die Hälfte aller Webserver weltweit werden heute mit Apache betrieben. Der Name leitet sich aus "Apatchy Server" ab, da der Server wie ein Flickenteppich aus Programmen und Patches zusammengestellt wurde.

Apache wird seit 1995 entwickelt. In der aktuellen Version kann Apache auf quasi allen UNIX-/LINUX-Systemen als auch auf Windows genutzt werden. Der Apache Webserver wird seit 1999 von der Apache Software Foundation (ASF) betreut. Die ASF arbeitet nicht gewinnorientiert.

 

 

 


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